Marie Strüngmann unterstützt seit einem guten halben Jahr in dritter Generation die Harmuth GmbH und zieht ein erstes Fazit und berichtet über ihre Ziele und Motivation.
„Die Zukunft unseres Familienunternehmens aktiv mitgestalten“
Mit Marie Strüngmann ist seit Anfang 2026 die dritte Generation im Familienunternehmen Harmuth GmbH vertreten. Die 30-Jährige kennt die Entsorgungsbranche schon seit ihrer Jugend und bringt nach ihrer Ausbildung und verschiedenen beruflichen Stationen umfassende Branchenerfahrung mit. Im Interview spricht sie über ihre Rückkehr ins Familienunternehmen, Verantwortung, Erwartungen und die Zukunft von Harmuth.
Frau Strüngmann, Sie kennen die Harmuth GmbH schon seit Ihrer Kindheit und haben während der Schulferien selbst in der Telefonzentrale gearbeitet. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dieser Zeit – und wann entstand bei Ihnen erstmals der Gedanke, eines Tages selbst Verantwortung im Familienunternehmen zu übernehmen?
Die Harmuth GmbH begleitet mich tatsächlich schon mein ganzes Leben. Meine Eltern waren viele Jahre in unserem Unternehmen tätig, sodass die Firma für mich schon als Kind sehr präsent war. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich bereits im Kindergarten voller Überzeugung gesagt habe: „Das Schönste für uns ist es, einen Container zu verkaufen.“ Das zeigt wahrscheinlich ganz gut, wie selbstverständlich das Unternehmen und die Branche für mich schon damals zu meinem Leben gehörten.
Auch später ist diese Verbindung nie verloren gegangen. Für mich stand schon früh der Wunsch im Raum, eines Tages selbst hier tätig zu sein. Gleichzeitig war mir wichtig, meinen eigenen beruflichen Weg zu gehen, Erfahrungen zu sammeln und mir das notwendige fachliche Fundament zu erarbeiten. Umso mehr freue ich mich, seit dem 1. Januar 2026 nun auch beruflich Teil des Unternehmens zu sein.
Sie haben sich nach Ihrer Ausbildung bewusst zunächst außerhalb des Familienunternehmens entwickelt und unter anderem für andere Unternehmen der Entsorgungsbranche gearbeitet. Wie wichtig war es Ihnen, eigene berufliche Erfahrungen zu sammeln, bevor Sie zur Harmuth GmbH wechseln?
Das war mir sehr wichtig. Ich habe bei der Mülheimer Entsorgungsgesellschaft in ein duales Studium absolviert, meine Ausbildung zur Industriekauffrau abgeschlossen und parallel an der FOM Business Management mit dem Schwerpunkt Controlling studiert. Anschließend konnte ich insbesondere im Vertriebsinnendienst und im Key Account Management weitere Erfahrungen sammeln und war dabei auch deutschlandweit tätig.
Diese Zeit hat mich fachlich und persönlich sehr geprägt. Ich halte es für wertvoll, unterschiedliche Unternehmen, Arbeitsweisen und Perspektiven kennenzulernen. Dadurch lernt man, Prozesse und Entscheidungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und entwickelt einen eigenen professionellen Maßstab.
Für meinen Einstieg in unserem Familienunternehmen war genau diese externe Erfahrung wichtig. Sie ermöglicht es mir heute, mit einem offenen Blick auf Themen zuzugehen, Bewährtes wertzuschätzen und gleichzeitig Erfahrungen aus anderen beruflichen Stationen sinnvoll einzubringen.
Mit Ihrem Einstieg führen Sie das Lebenswerk Ihrer Familie in dritter Generation fort. In diesem Jahr hat das Unternehmen ja auch den 60. Geburtstag gefeiert. Welche Bedeutung hat das für Sie?
60 Jahre Unternehmensgeschichte sind etwas Besonderes. Hinter einem solchen Jubiläum stehen nicht nur unternehmerische Entscheidungen, sondern vor allem Menschen, die über Jahrzehnte Verantwortung übernommen, Herausforderungen gemeistert und das Unternehmen mit großem persönlichen Einsatz geprägt haben.
Für mich ist diese Geschichte auch mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden. Besonders meine Mutter, die leider viel zu früh verstorben ist, hat meine Beziehung zu unserem Unternehmen sehr geprägt. Durch sie und meinen Vater habe ich schon früh erlebt, mit wie viel Engagement und persönlicher Verbundenheit in dieser Firma gearbeitet wird. Dass ich heute selbst hier tätig sein und meinen eigenen Beitrag leisten darf, hat deshalb für mich eine besondere Bedeutung.
Gleichzeitig empfinde ich ein solches Jubiläum nicht nur als Anlass, zurückzublicken. Es ist auch eine Motivation, verantwortungsvoll mit dem umzugehen, was über viele Jahre aufgebaut wurde, und gemeinsam daran zu arbeiten, Harmuth auch für die kommenden Jahre gut aufzustellen.
Sie sind als Projektmanagerin eingestiegen und bringen Erfahrungen aus Vertrieb, Key Account Management, Business Management und Controlling mit. Wo sehen Sie aktuell die größten Themen, bei denen Sie Ihre Erfahrungen einbringen und neue Impulse für Harmuth setzen möchten?
Meine heutige Tätigkeit ist sehr bereichsübergreifend. Ich beschäftige mich sowohl mit operativen als auch mit übergeordneten Themen und begleite unter anderem Fragestellungen aus Vertrieb, Organisation, Prozessen und Digitalisierung. Gerade diese Vielfalt finde ich sehr spannend, weil man dadurch das Unternehmen als Ganzes immer besser kennenlernt.
Mir geht es dabei weniger darum, Dinge allein deshalb zu verändern, weil sie schon lange bestehen. Ein mittelständisches Unternehmen verfügt über viel Erfahrung, kurze Entscheidungswege und gewachsene Strukturen – darin liegt eine große Stärke. Gleichzeitig verändern sich Märkte, Kundenanforderungen und technische Möglichkeiten kontinuierlich.
Ich möchte deshalb meine bisherigen Erfahrungen dort einbringen, wo sie einen Mehrwert schaffen, und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen schauen, wie wir gute bestehende Strukturen sinnvoll weiterentwickeln können. Für mich gehören dazu insbesondere effiziente Prozesse, eine zeitgemäße Digitalisierung, eine hohe Kundenorientierung und die notwendige Flexibilität, die einen starken Mittelständler auszeichnet.
Familienunternehmen leben von Tradition und Kontinuität, müssen sich aber gleichzeitig weiterentwickeln. Was möchten Sie bei Harmuth unbedingt bewahren – und an welchen Stellen wünschen Sie sich Veränderung oder neue Wege?
Bewahren möchte ich vor allem das, was Harmuth über viele Jahre stark gemacht hat: Verlässlichkeit, Flexibilität, regionale Verbundenheit und die Nähe zu unseren Kunden und Mitarbeitenden. Gerade als mittelständisches Familienunternehmen können wir persönlich und pragmatisch handeln und auf unterschiedliche Anforderungen eingehen. Diese Eigenschaften halte ich für sehr wertvoll.
Weiterentwicklung und Tradition sind für mich dabei keine Gegensätze. Im Gegenteil: Wer langfristig erfolgreich bleiben möchte, muss sich mit neuen Anforderungen auseinandersetzen, ohne dabei seine Identität zu verlieren. Digitalisierung und moderne Prozesse spielen dabei ebenso eine Rolle wie nachhaltiges Wirtschaften und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen.
Gerade in unserer Branche gehört der Umweltgedanke unmittelbar zu unserem täglichen Geschäft. Deshalb ist es mir wichtig, wirtschaftliche, ökologische und praktische Aspekte gemeinsam zu betrachten. Mein Ziel ist nicht Veränderung um der Veränderung willen, sondern eine Weiterentwicklung, die zu Harmuth, unseren Mitarbeitenden und unseren Kunden passt.
Wenn wir einige Jahre vorausblicken: Wo soll die Harmuth GmbH dann stehen – und welche persönliche Rolle möchten Sie bei der weiteren Entwicklung des Unternehmens spielen?
Mein Wunsch ist, dass die Harmuth GmbH auch in Zukunft ein starkes, eigenständiges Familienunternehmen bleibt, das sich erfolgreich im Markt behauptet und gleichzeitig seinen eigenen Charakter bewahrt.
Für mich persönlich ist es etwas Besonderes, heute Teil dieser Entwicklung zu sein. Ich möchte Verantwortung übernehmen, meine Erfahrungen einbringen und daran arbeiten, Harmuth langfristig erfolgreich weiterzuentwickeln.
Ich habe großen Respekt vor dem, was in den vergangenen Generationen aufgebaut wurde. Gleichzeitig freue ich mich darauf, die Zukunft von Harmuth aktiv mitzugestalten und dazu beizutragen, das die Erfolgsgeschichte weitergeht.